Zysten

Das Wort Zyste kommt aus dem Griechischen und bedeutet Blase. Dabei handelt es sich um einen abgeschlossenen Geweberaum, welcher mit einem Epithel bedeckt ist. Zysten können aus einen oder mehreren Kammern bestehen und füllen sich in manchen Fällen mit Flüssigkeit. Die Ursachen für Zysten können sehr mannigfaltig sein. Ebenso weisen Zysten sehr unterschiedliche Füllungen auf:

  • interstitielle Flüssigkeit welche aus Gewebsflüssigkeit besteht
  • Blut
  • Eiter und Talg

Grobe Einteilung der Zysten

Bei Zysten gibt es zwei grundsätzliche Unterschiede. Werden diese mit Epithel ausgekleidet, werden diese als echte Zysten bezeichnet. Pseudozysten werden mit Bindegewebe umgeben. Ebenso lässt sich eine dritte Gruppe von Zysten aufzeigen, welche die Hautzysten bildet.

Eine Retentionszyste entsteht dann, wenn es zu einer Beeinträchtigung des Abflusses kommt. Parasiten können im menschlichen Körper ebenfalls Zysten bilden. Diese können sich sowohl in der Leber als auch in der Harnblase zeigen und treten bei Bilharziose, Amöben und Echinokokkose auf.

Zysten können aber, wie beispielsweise die Zystenniere zeigt, auch einer erblichen Disposition oder einer Schädigung aufgrund durch Medikamenten zugrunde liegen.

Funktionelle Zysten sind hormongesteuert. Diese zeigen sich oft bei den Ovarien (Eierstöcken) und entwickeln sich nur bis zum Eisprung. Nach dem Follikelsprung verschwindet diese Form der Zysten meist wieder ohne Intervention.

Wo kommen Zysten vor?

Im Grunde genommen, können Zysten in allen Regionen des Körpers auftreten. Sowohl in Organen als auch in Gelenke sind immer wieder Zysten zu finden. Da diese meist keine Symptome bilden, bleiben Zysten oft lange Zeit unentdeckt. Häufig treten Zysten in der Haut auf. Auch in der Brust sind Zysten vor allem bei Frauen im Alter von 30 bis 40 keine Seltenheit. In der Brust treten Zysten vor allem dann auf, wenn Milchgänge verengen und es zu einer Abflussstörung kommt. Selbst im Gehirn können Zysten auftreten und über Jahre hinweg unbemerkt bleiben. Häufig werden Zysten, egal wo diese sich befinden, durch einen Zufallsbefund entdeckt.

Welche Risiken bringen Zysten mit sich?

Die meisten Zysten stellen kein gesundheitliches Risiko dar. Jedoch können diese Gebilde durchaus Probleme bereiten. Ob und inwiefern sich Risiken entwickeln, hängt bei Zysten von folgenden Faktoren ab:

  • Welche Ursachen haben die Zysten?
  • Welche Organe sind von den Zysten betroffen?
  • Welche Größe weisen die Zysten auf?
  • Wie verhalten sich die Zysten? Bleiben diese in ihrer ursprünglichen Größe und beginnen diese zu wachsen?

So kann eine Zyste im Gehirn im Vergleich zu einem Gebilde an der Hand weitaus mehr Risiken mit sich bringen. Die Gehirnzysten können nicht nur zu Störungen beim Sehen und Sprechen, sondern auch beim Gehen sorgen. Je nachdem wo die Zyste im Gehirn wächst, kann es zu unterschiedlichen Ausfallerscheinungen kommen.

Zysten können wachsen und demnach auch platzen. Je nach Körperregion kann dies nicht nur zu einer Ausschüttung von Eiter, Blut oder Talg führen, sondern kann zudem zu Blutungen führen.

In vielen Bereichen kann eine gutartige Zyste nur schwer von einer bösartigen unterschieden werden. Deswegen wird den Patienten meist angeraten, dass Zysten mittels Operation entfernt werden. In einigen Fällen können gutartige Zysten nach einigen Jahren entarten und maligne (bösartig) werden.

Welche Symptome können Zysten mit sich bringen?

Zysten bringen meist keine Symptome mit sich, weswegen diese häufig nicht bemerkt und erst mittels Zufallsbefund entdeckt werden. Befinden sich diese Gebilde unter der Haut, bleiben sie allerdings nicht lange unentdeckt. Schnell werden Betroffene beunruhigt und assoziieren diese Knoten mit einer ernsthafte Erkrankung. Vor allem im Gesicht wirken Zysten störend, weswegen diese oft mit einem kosmetischen Eingriff entfernt werden.

Zysten können aber auch den Abfluss von Flüssigkeiten stören, wie dies im Bereich der Nasennebenhöhlen vorkommen kann. Da das Sekret nicht mehr abfließen kann und es zu einer Stase kommt, können sich in diesem Bereich Bakterien und Keime ansiedeln. Nicht selten kommt es, aufgrund einer durch Zysten verursachten Abflussstörung, zu aufsteigenden Infektionen.

Mit Schmerzen gehen Zysten nur selten einher. Nur wenn diese direkt auf einen Nerv drücken oder platzen, treten Schmerzreaktionen bei den Betroffenen auf. Bakerzysten und sogenannte Schokoladezysten, welche sich im Uterus (Gebärmutter) befinden, haben immer wieder die Tendenz zu platzen.

Woran können Zysten erkannt werden?

Zysten, welche oberflächlich liegen, werden häufig von den Betroffenen selbst ertastet. Mittels Sonographie (Ultraschall) können Zysten sichtbar gemacht werden, welche sich im abdominalen Bereich befinden. Selbst mit Hilfe von Röntgenbildern können Zysten dargestellt werden. Meist handelt es sich aber um eine zufällige Darstellung einer Zyste, welche im Zuge einer anderen Diagnose gestellt wird.

Wird ein Knoten oder ein Gebilde unter der Haut ertastet, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Selbst wenn es sich nur um eine Zyste handelt, sollte dies immer medizinisch abgeklärt werden.

Müssen Zysten immer operiert werden?

Ob eine Zyste mit Hilfe einer chirurgischen Intervention entfernt werden muss, entscheidet der Arzt individuell. Liegen Zysten sehr oberflächlich, können diese meist mit Hilfe einer Kanüle punktiert und drainiert werden. Der Hohlraum der Zyste beginnt sich oft schon nach einigen Wochen wieder zu füllen, weswegen es ratsam ist, das Epithel oder das Bindegewebe sofort zu entfernen. Zysten müssen zudem operativ entfernt werden, wenn sie folgende Faktoren erfüllen:

  • Es treten immer wieder Schmerzen auf.
  • Gesundes Gewebe wird durch die Zyste geschädigt.
  • Die Zyste wird maligne.
  • Aufgrund der Zyste kommt es zu kosmetischen Störungen wie z.B. im Gesicht.

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